Heute möchte ich euch einen Fotografen vorstellen, auf den ich ebenfalls zuerst durch deviantART aufmerksam wurde: Peter aka Wolkenstein aka poisonous pulchritude.
Sein Gebiet ist ganz eindeutig die Menschenfotografie, und ich bin von seinen Portrait- und Aktaufnahmen immer wieder aufs Neue begeistert.  Jetzt lassen wir doch ihn und seine Bilder sprechen:

Bürgerlicher Name: Peter

Wie und wann kamst Du zur Fotografie?

Schon mein Vater hat fotografiert und mir mal als 6jährigem ne alte Spiegelreflex in die Hand gedrückt und dann mit mir ein paar Ausflüge auf Ritterburgen usw. gemacht. Passiv interessierte mich Fotografie immer – aktiv habe ich seit jenen Kindheitstagen die Fotografie aber nie betrieben, hatte nicht mal eine Kamera.
Die bekam ich dann vor rund 15 Jahren zu Weihnachten von meinem Vater. Anfangs hab ich damit nur im Automatikmodus rumgeknipst – mit entsprechend öden Ergebnissen. Vor rund 4 Jahren habe ich dann mit ernsthaft der Fotografie begonnen, als ich einen Ausgleich zu meinem stressigen und zeitraubenden Berufsleben suchte. Ich hab alle Automatiken ausgeschaltet, zuerst meine Ex-Freundin und danach einige Kolleginnen und Bekannte gefragt, ob sie Lust auf Fotos haben – und seitdem nur noch rein manuell fotografiert.
Seit letztem Sommer habe ich ein Jahr nicht mehr fotografiert, aus persönlichen Gründen, weil mich ein wichtiger Mensch sehr enttäuscht hat. Meine Bilder von fast einem Jahr habe ich danach auch gelöscht und werde sie auch nicht mehr zeigen – was zwar bedauerlich ist, weil da viele für mich sehr wichtige Fotos dabei sind – aber auch unumgänglich, weil es eben wichtige Fotos für mich sind, die ich heute nicht mehr zeigen kann.
Erst vor kurzem wieder den Entschluss gefasst, „neu“ anzufangen. In den nächsten Wochen gibt es also hoffentlich wieder viel Material und neue Gesichter.

Was machst Du wenn Du nicht Deinem Hobby nachgehst?

Arbeiten, lesen, fernsehen… das Übliche
Ursprünglich bin ich Buchhändler und Germanist, in den letzten Jahren habe ich als Unternehmensberater im Bereich Bildungsmanagement, als Pressesprecher gearbeitet – und seit einem Jahr als kaufmännischer Leiter bei einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft.

Lieblingskamera?

Die Nikon F100. Bei der stimmt alles: Gewicht, Bedienung, Haptik, Sucherbild…
Das ändert sich womöglich, wenn mir mein Vater mal seine Leica schenkt. Oder wenn ich eine richtig professionelle Digital-SLR bekomme oder mir eine richtig tolle Mittelformatkamera leisten kann.

analog/digital/beides?

Die meiste Zeit habe ich analog fotografiert, erst mit einer Nikon F601, dann mit einer Nikon F100. Allerdings habe ich bisher aus Zeit- und Platzgründen nicht den kompletten Erstellungsprozess analog umgesetzt, sondern die Negative gescannt und digital weiterbearbeitet. Was letztlich Unsinn ist. Seit knapp 2 Jahren fotografiere ich auch digital mit einer Nikon D80, vor allem, weil es den extrem hohen Aufwand des Scannens und Nachbearbeitens analoger Bilder erheblich verringert, weniger aus Überzeugung. Viele meiner Lieblingsthemen (wenig Licht, Kunstlicht, available light) sind digital – zumindest mit meiner Kamera – oft schwierig. Ich habe sogar subjektiv das Gefühl, technisch weniger gut zu fotografieren, seitdem ich digital knipse. Mir gefallen auch die Einschränkungen durch die kleineren Sensoren nicht, die Bildwinkel, Schärfentiefe und Ausschnitte eines Kleinbildfilms finde ich deutlich harmonischer und natürlicher. Für den Kauf einer professionellen Vollformatkamera reicht aber die Kohle derzeit nicht.
Seit kurzem habe ich auch eine Mittelformatkamera, bei der ich schon beim ersten Blick auf die Mattscheibe von dem harmonischen Bildeindruck und der anderen Schärfentiefe begeistert war. Bin aber noch nicht dazu gekommen, damit Bilder zu machen.

falls analog – Lieblingsfilm S/W & Farbe?

keine besondere Film-Vorliebe.
s/w-Filme sind natürlich was völlig anderes als eine s/w-Umwandlung digitaler Bilder, insofern macht analoge Fotografie für mich vor allem in s/w Sinn. Aber ich liebe es auch, Tageslichtfilme abends bei sehr gelbem Kunstlicht einzusetzen und die dadurch entstehenden extremen Farben als Stilmittel einzusetzen …

Bildbearbeitung ja/nein?

Ja. Fast jedes Bild braucht ein wenig Nachbearbeitung. Analog ist schon der Scan selbst ein bearbeitungstechnischer Eingriff in das Bild. Ich habe aber meistens weder Lust noch Zeit, jedes einzelne Negativ so zu scannen, dass das Ergebnis schon perfekt aus dem Scanner kommt – das ist eh ne Wissenschaft für sich.
Und ein wenig Retusche (Pickelchen, Hautunreinheiten), ein wenig Weichzeichnung, ein bissel Drehen an den Kontrasten, Farben, Ausrichten, Nachschärfen ist auch – je nach Bild – üblicherweise dabei.
Meine Bildberbeitung beschränkt sich aber auf 5-6 Standardschritte, die ich je nach Notwendigkeit anwende – und meistens auch global, also ohne Maskierung von Bereichen. Stärkere Eingriffe ins Bild usw. sind eher die Ausnahme – wenn mal ein Kabel im Bild ist, dass ich dort nicht mag oder ähnliches. Die Sehgewohnheiten heute sind andere als die Sehgewohnheiten vor 30-40 Jahren, und ein wenig muss man darauf auch Rücksicht nehmen, wenn man beachtet werden will.
Composings mache ich bislang nicht – hätte aber bei entsprechenden Ideen und Kenntnissen der Bea auch keine Scheu, es zu tun. Insgesamt wäre ich mit mir als Fotograf erst dann richtig zufrieden, wenn das Bild perfekt aus der Kamera kommt, ohne dass ich noch was machen müsste.

Und hier ist Peter überall zu finden:

http://wolkenstein.deviantart.com/
http://poisonouspulchritude.daportfolio.com/
http://www.flickr.com/photos/poisonouspulchritude/
http://www.fotocommunity.de/pc/account/myprofile/1432051/profile/1
http://view.stern.de/de/profile/InvisibleThird/
http://www.model-kartei.de/sedcard/fotograf/216282/

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